Vier Tage auf São Miguel: Westen, Osten, Zentrum und die wilde Küste von Nordeste
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Vier Tage auf São Miguel: Westen, Osten, Zentrum und die wilde Küste von Nordeste

Überblick über die Route: Vier Runden, eine Insel

Diese Route verteilt die vier natürlichen Viertel São Miguels — Westen, Osten, Zentrum und die wilde nordöstliche Spitze — auf vier Fahrtage, jeweils aufgebaut um eine einzelne Caldera, Küste oder Bergmassiv statt um eine bloße Liste von Stopps. Tag 1 und 2 folgen den beiden Runden, die die meisten Besucher bereits kennen: Sete Cidades im Westen, dann Furnas und Vila Franca do Campo im Osten.

Tag 3 bleibt in der Mitte der Insel, bei Lagoa do Fogo und dem Thermalwasserfall Caldeira Velha. Tag 4 ist die Ergänzung, die eine kürzere Reise meist streicht: eine vollständige Runde durch Nordeste, hinauf durch den Lorbeerwald der Serra da Tronqueira — dem einzigen Lebensraum des endemischen Priolo — bis zum Fuß des Pico da Vara, dem 1.103 m hohen Gipfel der Insel.

Ein Mietwagen wird für die gesamte Route vorausgesetzt; auf dem Busnetz der Insel, das sich nach Schul- und Arbeitsfahrplänen richtet und nicht nach Sightseeing, lässt sich diese Tour nicht umsetzen. Als Basis für alle vier Tage eignet sich Ponta Delgada, ebenso eine Aufteilung mit einer Übernachtung nahe Furnas — beides funktioniert, da kein einzelner Tag hier mehr als ein paar Stunden Fahrzeit erfordert.

Tag 1: Ponta Delgada und die Caldera von Sete Cidades

Der Tag beginnt in Ponta Delgada selbst, bevor die Straßen Richtung Westen voll werden. Die aus Basalt und Kalkstein gebauten Straßen der Altstadt, die Torbögen der Portas da Cidade und die Uferpromenade an den Portas do Mar lassen sich in ein bis zwei Stunden zu Fuß erkunden. Wer die Geschichte lieber erklärt bekommt, statt sie selbst zusammenzusetzen, kann sich der Lagarta Historic Tour durch die Altstadt von Ponta Delgada anschließen, bevor es aus der Stadt hinausgeht.

Am späten Vormittag geht die Fahrt westwärts in die Caldera von Sete Cidades. Das Dorf liegt mitten im Krater, umgeben von den Zwillingsseen Lagoa Azul und Lagoa Verde — einem einzigen Gewässer, dessen blaue und grüne Hälfte von Licht und Tiefe herrühren, nicht von zwei getrennten Seen. Ein Stopp bei Vista do Rei liefert den klassischen Überblick, weiter geht es zum ruhigeren Aussichtspunkt Boca do Inferno über der Lagoa do Canário und dem kurzen Spaziergang bei Grota do Inferno.

Wer den Kraterrand nicht selbst fahren möchte, findet in der geführten Halbtagestour durch Sete Cidades und seine Aussichtspunkte dieselbe Strecke samt Erläuterungen. Eine schriftliche Wegbeschreibung der Runde bietet der Sete-Cidades-Halbtagesguide.

Am Nachmittag geht es hinunter zur Küste nach Mosteiros mit seinem schwarzen Sandstrand und den Felstürmen im Meer, oder weiter nach Ponta da Ferraria, wo eine heiße Quelle auf den offenen Atlantik trifft — nur bei Ebbe nutzbar, weshalb sich ein Blick auf die Gezeitentabelle vor der Fahrt lohnt. Beide Stopps eignen sich als Rundweg zurück nach Ponta Delgada am frühen Abend. Fotografen, die die Hortensienzeit einfangen wollen, sollten diesen Tag zwischen Juni und September legen; siehe den Fotoguide zu Hortensien und den Aussichtspunkten von Sete Cidades für die Streckenabschnitte mit den meisten Blüten entlang der Kraterstraße.

Tag 2: Furnas, Vila Franca do Campo und Terra Nostra

Tag 2 führt auf die Ostseite der Insel. Furnas liegt in einer eigenen aktiven Caldera, und der Ort rechtfertigt den Umweg allein durch seine vulkanische Aktivität: In den Straßen dampfen die caldeiras, und in der Lagoa das Furnas werden jeden Morgen die Töpfe mit cozido in den heißen Boden gesetzt, wo sie fünf bis sieben Stunden lang ohne Feuer auf Vulkanhitze garen, bevor sie zur Mittagszeit wieder herausgeholt werden. Wer davon essen möchte, sollte vorab ein Restaurant reservieren — nicht der Boden lässt sich reservieren, sondern der Tisch in der Küche, die den Auftrag ausführt. Der Furnas-Cozido-Guide erklärt, wie man es bestellt und wo.

Den späten Vormittag verbringt man im Garten Terra Nostra, dessen eisenhaltiges Thermalbecken bei rund 35–40 °C trüb-orange läuft und Badebekleidung dauerhaft verfärbt — ein alter Badeanzug ist hier besser aufgehoben als ein guter. Praktische Details liefert der Terra-Nostra-Thermalbecken-Guide. Wer die Wanderung um die Caldera, den See und den Garten lieber mit einem Guide verbindet, statt sich um Parkplatz und Zeitplan zu kümmern, kann eine private Tour buchen, die die Wanderung um den Furnas-See mit dem Terra-Nostra-Park verbindet

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Auf dem Rückweg nach Ponta Delgada folgt ein Stopp in Vila Franca do Campo, der Hauptstadt der Insel bis 1522, als ein durch ein Erdbeben ausgelöster Erdrutsch die ursprüngliche Stadt begrub und Ponta Delgada ihre Rolle übernahm.

Der Hafen blickt auf das Ilhéu de Vila Franca, ein versunkenes Kratereilchen, das saisonal per Boot erreichbar ist — diese Überfahrt wird in dieser Route bewusst ausgelassen, da sie von Besucherobergrenzen und Seebedingungen abhängt statt von einem festen Zeitplan; sie eignet sich am ehesten als optionale Ergänzung, wenn das Wetter mitspielt, und der Guide zur ehemaligen Hauptstadt Vila Franca do Campo geht näher auf die Geschichte des Ortes und die Überfahrt zum Eiland ein.

Tag 3: Das Zentrum der Insel — Lagoa do Fogo und Caldeira Velha

Tag 3 führt ins Innere, zum Krater im Herzen São Miguels. Lagoa do Fogo liegt mitten auf der Insel, ganz ohne Café, Ticketschalter, Toiletten oder Mülleimer — es ist ein Naturschutzgebiet, keine touristische Einrichtung, und häufig in Wolken gehüllt. Vor der Fahrt hinauf sollte man die Bedingungen prüfen, da die Zufahrtsstraße bei schlechtem Wetter mitunter gesperrt wird; einen klaren Blick sollte man eher als Bonus denn als Garantie betrachten. Der Lagoa-do-Fogo-Tagesausflugsguide und der Hinweis zu den fehlenden Einrichtungen lohnen sich vorab.

Auf dem Weg hinunter Richtung Água de Pau folgt ein Stopp an der Caldeira Velha, einem Thermalwasserfall mit warmen Becken mitten im Wald am unteren Hang desselben Massivs — ein kürzerer, einfacherer Stopp als Lagoa do Fogo und eine gute Möglichkeit, die Runde mit etwas zum tatsächlichen Eintauchen abzuschließen. Öffnungszeiten und Ausrüstungstipps liefert der Caldeira-Velha-Thermalwasserfall-Guide. Wer den Kratersee und Sete Cidades lieber an einem gemeinsamen geführten Tag erlebt, statt sie wie in dieser Route auf zwei Tage zu verteilen, findet in der Ganztagestour, die Sete Cidades und Lagoa do Fogo verbindet eine Alternative.

Der freie Nachmittag lässt sich entweder für die Rückfahrt nach Ponta Delgada nutzen oder für einen Abstecher nach Ribeira Grande, dem zweitgrößten Ort der Insel an der Nordküste in der Nähe.

Tag 4: Die Nordeste-Rundfahrt, der Wald des Priolo und der Pico da Vara

Vor der Abfahrt tanken — dieser eine Planungspunkt bringt auf dieser Route mehr Reisende in Schwierigkeiten als alles andere. Hinter Povoação werden die Tankstellen rasch knapp, und auf den Bergstraßen rund um die Serra da Tronqueira ist der Moment, in dem der Sprit knapp wird, kein guter Zeitpunkt für diese Entdeckung. Volltanken in Ponta Delgada, Ribeira Grande oder Povoação.

Die Rundfahrt durch Nordeste ist der Lohn für den zusätzlichen Tag. Die Küstenstraße führt an den Aussichtspunkten Ponta do Sossego und Ponta da Madrugada vorbei, beide mit Blick über steile, terrassierte Klippen auf den Atlantik, mit einem Abstecher zum Leuchtturm Farol do Arnel am östlichsten Punkt der Insel. Ein Stopp bei Ribeira dos Caldeirões, einem kleinen Wasserfallpark mit einer alten Wassermühle, ist eher ein leichter Spaziergang als eine Wanderung. Den vollständigen Streckenverlauf beschreibt der Nordeste-Küstentagesausflugsguide.

Von Nordeste aus geht es ins Landesinnere hinauf zur Serra da Tronqueira, São Miguels Lorbeerwald und dem einzigen Ort der Welt, an dem der Priolo, der Azorengimpel, überlebt. Er zählt zu den seltensten Vögeln Europas, und man sieht ihn nicht von der Straße oder vom Parkplatz aus — er hält sich im dichten Unterholz auf, und nur ein ruhiger, geduldiger Spaziergang bietet überhaupt eine Chance auf eine Sichtung.

Keine Seite kann eine Sichtung versprechen, auch diese nicht; der Guide zum Priolo-Pfad in der Serra da Tronqueira und die Hintergrundnotiz zum Priolo erklären, was der Wald schützt und weshalb. Die Zufahrtsstraße führt weiter bis zum Fuß des Pico da Vara, dem mit 1.103 m höchsten Punkt São Miguels — diese Route fährt bis zum Fuß des Berges und zu seinen Aussichtspunkten; den eigentlichen Gipfel erreicht man zu Fuß auf einem markierten Wanderweg, beschrieben im Gipfelguide zum Pico da Vara.

Wer die schmalen Straßen der Nordeste-Rundfahrt lieber einem Fahrer überlässt und genau weiß, wo es sich zu halten lohnt, findet in der

privaten Jeeptour durch die Nordeste-Abenteuerroute

dieselbe Strecke ohne eigene Navigation. In jedem Fall sollte man sich den ganzen Tag Zeit nehmen — Nordeste ist der von Ponta Delgada am weitesten entfernte Punkt der Insel, und die Straßen belohnen ein langsames Tempo mehr als Eile.

Praktische Hinweise zu dieser Route

Die Entfernungen auf São Miguel sind auf dem Papier kurz und in der Praxis länger: schmale Straßen, Nebel auf den Pässen und langsamer Verkehr durch die Dörfer addieren Zeit, die eine Karte nicht zeigt. Statt Stopps dicht aneinanderzureihen, sollte man Puffer einplanen, besonders an Tag 4, wenn die Rückfahrt von Nordeste nach Ponta Delgada allein über eine Stunde dauern kann.

Das Wetter wechselt innerhalb derselben Stunde von einer Inselseite zur anderen — es ist durchaus möglich, bei Regen aus Furnas aufzubrechen und in Ponta Delgada in der Sonne anzukommen, oder umgekehrt. Eine Tagesvorhersage sollte eher als grobe Orientierung denn als Garantie gelten; Wechselkleidung und eine Regenjacke gehören unabhängig von der Jahreszeit ins Auto.

Diese Vier-Tage-Route setzt allgemeine Grundfitness für kurze Spaziergänge voraus (Ribeira dos Caldeirões, Caldeira Velha, die Aussichtspunkte), aber keine technische Wandererfahrung. Wer tiefer in die Serra da Tronqueira vordringen oder den eigentlichen Gipfel des Pico da Vara erreichen möchte, sollte für Tag 4 mehr Zeit einplanen, als diese Route dafür vorsieht.

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